Interview über das Thema Frauenquote

Quote auch in stark technischen Berufen sinnvoll?

 Der Arbeitskreis Frauen unter der Leitung von Christina Pröls, Stellvertretende Bezirksvorsitzende der Jungen Union Oberpfalz, diskutierte letzten Donnerstag über die Frauenquote und deren Vor- und Nachteile. Dazu war die Geschäftsführerin der EDV-BV GmbH Alexandra Reis als Ehrengast eingeladen. Der CSU Landratskandidat Thomas Ebeling begrüßte es eine so erfolgreiche Geschäftsführerin im IT-Bereich im Landkreis Schwandorf zu haben.

Die Firma EDV-BV wurde zu Beginn der Veranstaltung kurz vorgestellt. Das Systemhaus blickt derzeit auf 33 Jahre Erfahrung zurück und hat sich in der Oberpfalz perfekt etabliert. Die letzten Jahre ist das Unternehmen stark im Umsatz und den Mitarbeitern gewachsen. Die EDV-BV legt großen Wert auf Mitarbeiter aus der Region, Wissen und Stabilität sind dabei wichtige Werte. Die Kernbereiche sind Datenmanagement, was Speicherkonzepte und Virtualisierung beinhaltet, sowie Microsoft-Themen wie Lizenzberatung, SAM Audits und technische Themen, Security, also Schutz vor Fremdzugriffen und Druck und Kopie zur Optimierung der Geräte Flotte in Firmen. Zudem ist es möglich bei der Firma EDV-BV Cloud Rechenzentren anzumieten, auch Speicherplatz, Server und Dienste. Die meisten Kunden kommen aus der Region, also Oberpfalz, Franken und Niederbayern, so dass die Mitarbeiter in der Heimat arbeiten können und auch Zeit für die Familie haben können, was dem demographischen Wandel auch entgegenwirkt. Das Unternehmen hat 38 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie 4 Auszubildende. Diese werden speziell durch einen externen Coach in Teambuildingsmaßnahmen gefördert und gefordert für das anstehende Berufsleben. Das Systemhaus arbeitet mit seinen Führungskräften nach dem HBDI (Herrmann Brain Dominance Instrument) Prinzip, damit auf einfache und spielerische Art und Weise das Potential der einzelnen Mitarbeiten ermittelt wird. Trotz der sehr technischen Branche hat die EDV BV ein gemischtes Team mit einem relativ hohen Frauenanteil von 26%. Das ist wichtig für ein gutes Arbeitsklima, weckt Interesse und lockert auf.

Einstieg in das Interview ist die Frage von Christina Pröls ob eine Frauenquote in einem kleinen Unternehmen überhaupt durchsetzbar ist. „In kleine Unternehmen und allen anderen Unternehmensgrößen sehe ich eine gesetzlich geregelte Frauenquote als ein Handicap ein, da man in seiner unternehmerischen Entscheidungsfreiheit eingeschränkt ist“, so Alexandra Reis.

Gerade bei Berufen die untypisch für Frauen sind, ist es schwierig eine bestimmte Quote einzuhalten oder zu realisieren. Die Frage ob die Frauenquote eine Männerdiskriminierung ist, beantwortet Alexander Trinkmann, JU-Ortsvorsitzender von Neunburg vorm Wald so, dass es dann auch nur gerecht wäre in Berufen die nicht jeder ausüben möchte eine Quote einzuführen ist. Wie man es lösen könnte zukünftig mehr Frauen in Führungsposten zu bringen sieht die Geschäftsführerin eher als natürlichen Prozess an, den man so belassen sollte. „Denn  Führung ist nicht immer von Vorteil und passt zu jeder Persönlichkeit“, betont Alexandra Reis. Jemanden über eine Quote zu zwingen wäre kontraproduktiv und hätte auch den Nachteil, dass sich die Mitarbeiter in ihrem Spezialgebiet nicht mehr richtig entfalten können.

Andrea Zurek, Stadträtin von Schwandorf erwähnt, dass im Schwandorfer Stadtrat etwa 20% an Frauen mitwirken. „Das ist ein relativ hoher Anteil und es ist wichtig bei manchen Entscheidungen Frauen mit dabei zu haben“.

„Es ist nicht nur so, dass Frauen in weichen Themen und Ausschüssen eingebunden werden, wie der Personalausschuss“, so Heinrich Engelhardt, Schwandorfer CSU Stadtrat. Hier ergänzt Christina Pröls, dass sich die Zeiten bei einer weiblichen Verteidigungsministerin und Bundeskanzlerin ohnehin stark gewandelt haben.

Zu dem uralten Klischee, was 2014 noch häufig zutrifft: Er macht Karriere, Sie den Haushalt kann die Geschäftsführerin der EDV BV GmbH Alexandra Reis nur betonen, dass diese Meinung in Ihrem jungen Team weniger vorherrscht. Dazu sagt Tobias Viehauser, CSU Ortsvorsitzender von Neukirchen, dass die meisten Frauen zwar eine bessere Ausbildung haben, allerdings häufig nur Teilzeit arbeiten um Familie und Beruf vereinbaren zu können.

Beim Abschluss des Interviews sind sich alle einig, dass aufgrund des Fachkräftemangels und dem demographischen Wandel die Unternehmen zukünftig zwangsläufig auf gut ausgebildete Mütter und Väter nicht verzichten können. Viel wichtiger neben der Frauenquote ist, dass eine gewisse Fachkräfteausbildung und Spezialisierung stattfindet, damit hochqualifizierte Mitarbeiter in den Unternehmen bleiben. „Vor allem ist es wichtig, dass die Fachkräfte aus der Region sind und auch  Interesse haben hier zu bleiben,“ betont Alexandra Reis. „Unsere strukturschwache Region kann attraktiv gemacht werden, wenn man als Unternehmen auch in die Richtung Fachkräfte Förderung handelt, so Reis weiter. Die Firma EDV BV GmbH legt einen hohen Anspruch darauf, dass ihre Mitarbeiter aus der Umgebung sind und das diese sich als Fachspezialisten austoben können und dies auch finanziell für jeden attraktiv ist.

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